Das Flair der Epoche
Die Historie und Magie des Rokoko
„Den Freuden meiner Sinne galt mein Leben lang mein Streben.
Da ich mich für das andere Geschlecht geboren fühlte,
habe ich es stets geliebt und alles daran gesetzt,
seine Liebe zu gewinnen.“
Chevalier de Seingalt
Lassen Sie sich verführen,
wie einst die Damen durch den berühmten Chevalier.
Weniges ist so verlockend und geheimnisvoll
wie der Glanz der Augen hinter einer venezianischen Maske.
Ein Rausch der Sinne, ein betörendes Bacchanal –
tauchen Sie ein in eine Welt, in der die Zeit stillzustehen scheint
und das Spiel der Liebe im Rhythmus des Menuetts erwacht.
Werden Sie für diese eine Nacht zu Nymphen, Faunen und Göttern, die sich im prächtigen Glanze vereinen und im Tanz verlieren. Dionysos lädt ein...
I. Die Faszination der Zeit um 1750
II. Leben und Feste an den Höfen
III. Das Spiel der Masken
IV. Die Spielwiese Eichstätt
V. Tradition der Rokokobälle
VI. Musikalische Meisterwerke
VII. Von Tanzengeln und Stütze
I. Die Faszination der Zeit um 1750
Doch was genau macht das Rokoko aus?
Warum ist diese Epoche gerade in unseren Tagen
so unwiderstehlich faszinierend? Womöglich ist es
die pure Freude an der Leichtigkeit des Seins,
gepaart mit einer unvergleichlichen modischen Eleganz.
Seide, Spitze, gepuderte Perücken und das geheimnisvolle Spiel
hinter venezianischen Masken prägten eine Gesellschaft,
die die Kunst der Konversation und des Tanzes
bis zur Vollendung zelebrierte.
In einer schnelllebigen Gegenwart vermissen wir
vielleicht genau diese prunkvolle Entschleunigung
und das stilvolle Miteinander.
Ludwig XIV. ist tot... es lebe der König...
denn jeder schaut noch immer nach Versailles.
Sei es auf den neuen Glanz, die Mode und die Sitten
oder das so ganz andere französische Hofzeremoniell,
das den Herrscher nahbarer macht
und ihn dadurch nur noch mehr erstrahlen lässt.
II. Leben und Feste
an den Höfen der Fürstbischöfe
Das höfische Leben um 1750 war ein beständiges Fest der Sinne.
An den Residenzen der mächtigen Fürstbischöfe
wurde Repräsentation großgeschrieben.
Man umgab sich mit grandioser Architektur, feinsinniger Musik
und ausladenden Festivitäten.
Ein Ball an einem solchen Hofe
war nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis,
sondern eine meisterhafte Inszenierung von Macht,
Anmut und höfischer Etikette.
Genau diese Atmosphäre des feierlichen Prunks
und der ausgelassenen Freude lassen wir heute wieder aufleben.
III. Das Spiel der Masken
Wenn der Blick nach Versailles die prunkvolle Form
der Epoche vorgab, so lieferte die Republik Venedig
den rauschhaften Inhalt. Auf dem Zenit des Carnevale di Venezia
verwandelte sich die Lagunenstadt alljährlich
in die unangefochtene europäische Hauptstadt des Vergnügens.
Es war die Welt Giacomo Casanovas, eine Welt der Abenteuer
und der galanten Intrigen, in der das Leben selbst
als großes, fortwährendes Theaterstück inszeniert wurde.
Die Maske – sei es die klassische Bauta
oder die geheimnisvolle Moretta –
diente in diesem Fest der Sinne keineswegs
nur als modisches Accessoire.
Sie avancierte zum Symbol der ultimativen Freiheit.
Hinter der schillernden Kulisse aus Samt, Seide
und Halbschatten verschwammen für die Dauer
der Feierlichkeiten sämtliche Standesgrenzen.
Der Adelige wandelte unerkannt neben dem Bürgerlichen,
und das strenge Protokoll des Alltags wich
dem reizvollen Spiel des Verborgenen.
In diesem anonymen Raum wurde die Verführung
zur höchsten Kunstform erhoben. Es war ein gesellschaftliches Parkett,
auf dem ein flüchtiger Blick durch die Augenschlitze
einer Larve oder das sanfte Rauschen eines Seidenfächers
mehr versprachen als tausend Worte, und die Nächte
in den prächtigen Palazzi schienen niemals enden zu wollen.
IV. Die Spielwiese des Rokoko:
Eichstätt
Ein würdevollerer Rahmen für unser Vorhaben lässt sich kaum ersinnen.
Eichstätt, mit seinen herrlichen Plätzen, der fürstbischöflichen Residenz
und den eleganten Sälen, ist die vollkommene architektonische Kulisse.
Wer heute im historischen Gewand durch die Gassen wandelt
oder die prachtvollen Räumlichkeiten betritt, spürt sogleich:
Diese Stadt ist eine wahre Spielwiese des Rokoko.
Sie bietet uns die perfekte Bühne, um die Eleganz
und den Glanz des 18. Jahrhunderts in die Gegenwart zu holen.
V. Eine glanzvolle Tradition
Unser Großer Maskenball blickt mit Stolz
auf eine lange und überaus glanzvolle Tradition zurück.
Nach den bezaubernden Veranstaltungen
als Großer Jagd- & Maskenball auf Schloss Wiesenthau,
hat das Fest nun seine vollkommene Bestimmung gefunden.
Durch die originale Prachtausstattung
der Fürstbischöflichen Residenz in Eichstätt
wird eine Atmosphäre erschaffen,
die selbst den unvergessenen Glanz unserer früheren Markgrafenbälle
in der Ansbacher Orangerie noch übertrifft.
VI. Musikalische Meisterwerke
Dass dieses Unterfangen zu solch einer Größe
und Anmut heranwachsen durfte, verdanken wir nicht zuletzt
unseren exzellenten Musikern.
Es ist ein unschätzbares Privileg, zu den originalen Klängen
und historischen Arrangements meisterhafter Barock-
und Rokoko-Ensembles über das Parkett gleiten zu dürfen.
Sie sind es, die unseren Festen mit beschwingter Virtuosität
den wahren Atem der Epoche einhauchen.
VII. Von Tanzengeln
und einer unschätzbaren Stütze
Dieses prächtige Werk wäre nicht denkbar
ohne die unermüdliche Hingabe treuer Wegbegleiter.
Mein tiefster Dank gebührt all jenen helfenden Händen –
meinen wahren „Tanzengeln“ –, die vor und hinter den Kulissen wirken.
Ein ganz besonderer Dank gilt meiner lieben Frau,
die mich bei jedem Schritt stützt und die Wirren
der Ballvorbereitungen mit bewundernswerter Contenance
und unendlicher Geduld begleitet.