Das Flair
der Veille de Nuit

Nächtliche Stadtführung in Gewandung

Wappen Wappen

I. Zur Nachtruh:
Die abendliche Stadtführung in Gewandung


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II. Die Stadt bei Nacht
und das süße Geheimnis der Dunkelheit


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III. Im Schutz
des venezianischen Inkognitos


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IV. Der Wächter der Nacht


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V. Eine unbedingte Mahnung:
Wahrt das Feuer und das Licht!



I. Zur Nachtruh:
Die abendliche Stadtführung in Gewandung


Mit dem Herabsinken der Dämmerung
wird es auf die charmanteste Weise Ernst:
Der Vorabend unseres großen Festes ist angebrochen.
Diese nächtliche Stadtführung unter der Obhut des Nachtwächters
soll unsere Sinne auf das bevorstehende Ereignis einstimmen
und uns anregen, von noch schöneren Festivitäten zu träumen,
bevor wir uns zur Ruhe begeben.


II. Die Stadt bei Nacht
und das süße Geheimnis der Dunkelheit


Wenn die Sonne über den Dächern des Rokoko längst gewichen war
und die ehrbaren Bürger sich zur Ruhe begaben,
veränderte sich das Gesicht der Stadt.
Doch warum sollte sich ein Kavalier oder eine Dame von Welt
den Ungewissheiten der dunklen Gassen aussetzen?
War es die späte, freudvolle Rückkehr von einem Divertissement
oder gar ein diskretes Stelldichein im Schatten der barocken Fassaden?

Vielleicht führte der Weg
auch zu einer jener konspirativen Geheimzusammenkünfte.
Gerade hier, in der geistigen und räumlichen Nähe zu Ingolstadt,
fanden die Freimaurer und Illuminaten ihren Ursprung
und ihre Hochburg.
Vergessen wir dabei die wilden Mythen späterer Tage:
Es handelte sich um aufgeklärte, vorrevolutionäre Zirkel,
die schlichtweg nach Bildung und geistigem Licht
für jedermann strebten – ein wahrlich edler Grund,
das Haus zu solch später Stunde noch zu verlassen.


III. Im Schutz
des venezianischen Inkognitos


Wer in jener Epoche des Nachts den heimischen Herd verließ,
tat dies freilich selten unverhüllt.
Nach guter venezianischer Sitte wahrte man das Geheimnis seiner Wege.
Man hüllte sich in das schützende Dunkel
eines weiten Dominos oder eines feinen Zendals,
den Kragen tief ins Gesicht gezogen.
Eine Maske bot Schutz vor der kühlen Nachtluft
und vor allzu neugierigen Blicken, während man unerkannt
und elegant seinem nächtlichen Ziel entgegeneilte.


IV. Der Wächter der Nacht


Wenn alles schlief, hing das Schicksal der Stadt
vom scharfen Blick der Türmer und Nachtwächter ab.
Ihre Aufgabe war es, mit Argusaugen darüber zu wachen,
dass kein Brand die Häuser verzehrte und nächtliches Schwärmen,
Diebstahl oder grober Unfug rasch unterbunden wurden.
Begleiten Sie unseren wachsamen Führer, den letzten Vertreter seiner Zunft,
wenn er ausgestattet mit seiner Laterne die abendliche Runde
durch das historische Eichstätt dreht
und uns sicheres Geleit gewährt.


V. Eine unbedingte Mahnung:
Wahrt das Feuer und das Licht!


Ein Wort der Vernunft muss an dieser Stelle
jedoch den romantischen Geist zügeln.
Der alte Ruf der Wächter – „Wahrt das Feuer und das Licht,
dass dem Haus kein Leid geschicht!“ –
gilt für unsere Gesellschaft ganz besonders.
Aus der leidvollen Erfahrung früherer Veranstaltungen
bitte ich Sie inständig:
Verzichten Sie auf echte Fackeln
oder brennende Kerzen in Ihren Laternen!

Die prachtvollen Stoffe unserer Gewandungen, in denen sich heutzutage
allzu oft leicht entflammbare, moderne „Polytierchen“ verbergen,
fangen weitaus schneller Feuer, als ein galanter Retter eingreifen könnte.
Greifen Sie stattdessen zu sicherem, elektrischem Kerzenschein,
auf dass wir alle unbeschadet und in vollkommener Schönheit den Balltag
am nächsten Morgen begrüßen können.