Das Flair des Workshops

Die Tänze des Rokokos lernen und verstehen

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I. Einladung zu einer Woche der galanten Tanzkunst


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II. Die Tänze um 1750


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III. Der Sitzungssaal im Rathaus Eichstätt


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IV. Die Kunst des Tanzens:
Von der Übung zur Anmut


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IV. Die Kunst des Tanzens:
Von der Übung zur Anmut


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V. Das Woher und Warum verstehen


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VI. Wahres Taktgefühl
und der Mut zur Begegnung



I. Einladung zu einer Woche
der galanten Tanzkunst


Gibt es ein schöneres Vergnügen,
als sich für eine Woche ganz der Kunst des Tanzes hinzugeben?
Nichts vertreibt den Alltag eleganter
und belebt die Sinne rascher, als den Geist mit anmutigen Figuren
und den Körper mit zierlichen Schritten zu fordern.

Haben Sie nicht schon oft den Wunsch gehegt,
in die höfische Welt des 18. Jahrhunderts einzutauchen?
Diese Woche rüstet Sie mit allem aus, was Sie benötigen,
um künftig auf den glanzvollsten Bällen
mit vollendeter Contenance zu brillieren.
Es liegt ganz bei Ihnen,
wie tief Sie in diese Gesellschaft eintreten möchten.
Die historische Architektur Eichstätts
bietet uns dafür die perfekte Bühne –
ein Ort, an dem wir stets mit Bewunderung empfangen werden.

Schon in den Tagen von Barock und Rokoko
waren die Contredanses an Europas Höfen der Inbegriff der Geselligkeit.
Wie die Memoiren illustrer Zeitzeugen –
von Pepys über de Croÿ bis hin zu Casanova – belegen,
sorgten diese Tänze bei großen Festivitäten ebenso
wie im intimen Kreis stets für vortreffliches Amüsement
bis tief in die Nacht.

Da bei uns die reine Freude an der Begegnung im Vordergrund steht,
habe ich eine exquisite Auswahl der reizendsten Tänze für Sie arrangiert.
Wir arbeiten uns behutsam von den grundlegenden Pas
zu raffinierten Choreographien vor.
So erschließt sich auch dem Novizen das volle Programm des Balles,
um am Ende mit entspannter Anmut auf dem Parkett zu glänzen.
Selbstverständlich ist auch jene Gesellschaft herzlich willkommen,
die nur den Unterricht genießen,
dem abschließenden Ball jedoch nicht beiwohnen kann.


II. Die Tänze um 1750


Authentische Aufzeichnungen von Ballprogrammen jener Zeit sind rar;
wir kennen sie meist erst von den Tanzkarten des 19. Jahrhunderts.
Unsere Auswahl für den Ball ist daher eine wohlkalkulierte Mischung:
Wir vereinen die Choreographien deutscher Tanzmeister
mit französischen Contredanses –
schließlich diktierte Frankreich auch unter Louis XV.
maßgeblich den Stil der europäischen Höfe.
Um das Programm anspruchsvoll, aber für jedermann zugänglich zu halten,
runden wir es mit einigen unbeschwerten englischen Country Dances ab.


III. Der Sitzungssaal im Rathaus Eichstätt


Wo heute wie damals die Geschicke der Stadt gelenkt werden,
widmen wir uns an diesem Wochenende den musischen Künsten.
Das historische Rathaus verbirgt in seinem Inneren ein kleines Juwel:
Einen Saal mit einer formvollendeten Rokoko-Stuckdecke.
Diese filigrane Handwerkskunst atmet den Geist vergangener Tage
und bietet den denkbar authentischsten Rahmen für unsere Vorbereitung.
Große, zum barocken Stadtkern weisende Fenster durchfluten das Parkett
mit Tageslicht und schaffen eine Atmosphäre,
die Konzentration und Würde mühelos vereint.
In den Pausen lockt das Café im Paradeis gleich nebenan.
Das ist der wahre Charme einer so feinen Barockstadt:
Alles liegt in bequemer Laufweite.


IV. Die Kunst des Tanzens:
Von der Übung zur Anmut


Wenn es um die Vermittlung dieser Tänze geht,
fordere ich Sie im Unterricht durchaus heraus.
Wir feilen intensiv an Figuren, Raumwegen und Schritten,
bis sie Ihnen in Fleisch und Blut übergehen.
Das mag bisweilen streng wirken, hat aber einen überaus reizvollen Grund:
Nur wer die Technik geradezu im Schlaf beherrscht,
kann am Abend des Balls jene unbeschwerte Leichtigkeit
und Eleganz verströmen, die unsere Epoche verlangt.
Die konzentrierte Arbeit des Tages ist das Fundament
für das mühelose Spiel der Nacht.


V. Das Woher und Warum verstehen


Es genügt mir nicht, Ihnen lediglich Schrittfolgen zu diktieren.
Ich möchte mit Ihnen das Woher und Warum ergründen.
Wir leiten unsere Haltung direkt aus der faszinierenden Geschichte
des 18. Jahrhunderts ab und betrachten die feinen sozialen Spielregeln
am Hofe und in den städtischen Gesellschaften.

Ein Menuett oder ein Contredanse war zur Blütezeit des Rokoko
niemals nur ein Zeitvertreib. Es war ein exakter Spiegel der Hierarchie,
eine beredte, aber stumme Konversation und – nicht zuletzt –
das subtilste Werkzeug der galanten Annäherung.
Wer dies versteht und in seine Bewegungen einfließen lässt,
führt nicht einfach nur Schritte aus.
Er erweckt die Geschichte zum Leben.


VI. Wahres Taktgefühl
und der Mut zur Begegnung


Ein letztes Geheimnis dieser Kunst ist das Taktgefühl –
in seinem schönsten, doppelten Wortsinn.
Ich erwarte den unbedingten Respekt vor der Musik, ein präzises Hinhören
und das rhythmische Verschmelzen mit den meisterhaften Kompositionen.
Ebenso zwingend ist für mich jedoch das feinfühlige,
höfliche Miteinander auf der Tanzfläche.

Ein historischer Tanz ist kein isoliertes Solo.
Er ist ein flüchtiger, geteilter Moment der Zweisamkeit.
Lösen Sie Ihren Blick vom Boden. Wagen Sie es,
Ihrem Gegenüber wahrhaftig in die Augen zu sehen
und ein aufrichtiges Lächeln zu schenken.
Erst wenn wir diese echte Verbindung zulassen
und die moderne Scheu ablegen, entfaltet das Rokoko
seinen ganzen, pulsierenden Charme.